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Suomenlinna – Eine Festung im Meer

Wer Helsinki besucht, kommt an einem Highlight auf gar keinen Fall vorbei: Die Festung Suomenlinna liegt auf mehreren miteinander verbundenen kleineren Inseln etwas vor der Stadt. Mit der Fähre kann man recht gemütlich übersetzen und dann die Insel per Führung oder auf eigene Faust erkunden. Wir empfehlen übrigens, hierfür etwas früher aufzustehen und eine der ersten Fähren zu nehmen, damit die Insel noch nicht völlig überfüllt ist und man die schöne Landschaft noch etwas in Ruhe genießen kann.

Die Festung entstand bereits im 18. Jahrhundert und hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die man beispielsweise durch das auf der Insel befindliche und empfehlenswerte kleine Museum erfahren kann. Seitdem die Schweden im Jahr 1748 hier die Verteidigungsanlage aufgebaut haben, war sie die meiste Zeit von unmittelbarer strategischer und militärischer Bedeutung. Heute sind aus den vergangen Zeiten noch zahlreiche Kanonen und Schutzmauern übrig geblieben, die die Inseln zum offenen Meer hin komplett abdecken. Zwischenzeitlich besetzten russische Kräfte die Insel und auch im Ersten und Zweiten Weltkrieg spielte die Festung eine Rolle, wenn auch wenig ruhmreich, denn sie diente unter anderem als Lager für Zwangsarbeiter. So wechselte die Seefestung über die Jahre hinweg als Spielball zwischen den Mächten immer mal wieder den Besitzer. Erst in den 1970er Jahren erhielten dann die Finnen endlich die Verteidigungsanlage zur eigenen Nutzung. Seither nennen sie diese „Soumenlinna“, was so viel wie „Finnenburg“ heißt. Lustiger Fakt am Rande: Im Schwedischen (das ja auch zweite Amtssprache in Finnland ist) heißt sie noch immer „Sveaborg“, also „Schwedenburg“.

Heute hat die Insel keinerlei militärische Bedeutung mehr und dient vor allem dem Tourismus. Hier kann man jedenfalls sehr schöne Spaziergänge unternehmen und hat fantastische freie Natur um sich herum, kann sich die kühle Ostseeluft um die Ohren wehen lassen und aus der Ferne einen Blick auf Helsinki werfen. Die alten Gemäuer und beeindruckenden Kanonen sind relativ frei zugänglich und so kann man sich alles aus nächster Nähe anschauen. Auch ein altes (und leider enttäuschend kleines) U-Boot der finnischen Marine aus dem Zweiten Weltkrieg gibt es zu sehen. Mehrere Cafés und Restaurants bieten Möglichkeiten für eine Zwischenmahlzeit, diese öffnen aber größtenteils nur zur Saison.

Suomenlinna ist auf jeden Fall ein lohnenswertes Ziel und Must-see in Helsinki.

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