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Märcheninseln im Atlantik –
Eine Reise zu den Färöern und nach Island

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Färöer-IslandDrei Tage auf den Färöern

Im Jahr 2010 vebrachte ich ein Auslandssemester in Island. Die Gelegenheit, die Anreise mit einem Urlaub zu verbinden, ließen wir uns nicht entgehen. Da wir schon einmal nach Island geflogen waren, entschieden wir uns diesmal für die Fähre ab Hanstholm/Dänemark und damit auch für einen dreitägigen Aufenthalt auf den Färöer-Inseln. Am 20.8.2010 ging es los. Unsere erste Nacht vebrachten wir in Thisted, einem Ort in der Nähe von Hanstholm, auf einem beschaulichen Campingplatz an der Nordsee und schliefen mit beruhigendem Meeresrauschen in den Ohren ein.

Die Fähre hatte einiges zu bieten: Luxoriöse Zimmer für betuchte Touristen und Couchettes für die sparsamg Reisenden – natürlich auch unsere Unterkunft, die Roland zuerst für Schließfächer hielt. Damit lag er auch gar nicht so falsch, die gefühlt drei Quadratmeter großen Räumen drängten sich auf Deck 2 dicht an dicht, in ihnen fanden jeweils 9 Leute Platz. Neben dem obligatorischen Shop und der Bar gab es auf der Fähre auch eine Sauna und einen Pool, die aber leider beide geschlossen waren. Bereits um 23.00 Uhr sollten wir ankommen, der Campingplatz in Thorshavn war gebucht und 22.30 Uhr wir saßen mit geackten Rucksäcken bereit für den Landgang. Die allgemein Hektiglosigkeit um uns herum war jedoch merkwürdig. Zudem schienen sich immer mehr Leute in ihre Kabinen und Couchetts zurückzuziehen und schlafen zu legen. Eine Nachfrage brachte dann die Erkenntnis ein, dass das Schiff erst am nächsten Tag um 23.00 Uhr anlegen würde – immerhin hatten wir uns nicht in der Uhrzeit geirrt.

Am nächsten Abend kamen wir dann wirklich an und suchten im dunklen Thorshavn den Campingplatz. Schon am frühen Morgen wanderten wir nach Kirkjuböur. In dem zwei Stunden entfernten Ort sollten sich die Reste einer unvollendeten Kathedrale befinden. Der Wanderweg war wunderschön, das Meer und die Nachbarinseln immer in Sichtweite und auch das Wetter war ausgezeichnet. Nach einem Picknick auf einem kleinen Vorsprung am Meer fanden wir die Kirchenruine, die leider eingerüstet war. Daneben gab es noch ein Minimuseum, den Roykstovan. Danach machten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg und erblickten plötzlich eine für die Färöer ungeheure Menschenansammlung (mindestens 10 Leute). Sie standen an dem Platz, wo wir grade noch gepicknickt hatten und schauten gespannt aufs Meer… Wale! Orkas schwammen vor der Küste, angeblich sieben Stück, von denen wir aber nur zwei noch sehen konnten. Sie tauchten auf und ab, sehr beeindruckend.

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in Leynar

Der zweite Tag auf den Färöern begann mit einer Busfahrt nach Leynar, einem wunderschönen, winzigen Ort, der eigentlich das Zentrum des Grindwalfangs sein sollte. Davon merkte man jedoch nichts. Von Leynar wanderten wir nach Kvivik, wo man Überreste von Wikingerhäusern bestaunen kann, die sich allerdings als nicht viel mehr als niedrige, von Gras überwachsene Steinmauern entpuppten und wenig spektakulär waren. Schon um die Mittagszeit fuhren wir nach Torshavn zurück und verbrachten den Rest des Tages mit einem Stadtrundgang.

Unser letzter Tag führte uns auf die Nachbarinsel Nólsoy, auf der man eine schöne Wanderung zum Leuchtturm unternehmen konnte. Ein Besuch in der Touristeninformation brachte uns allerdings von dem Plan ab: Der Weg wurde in einem Prospekt mit acht Stunden veranschlagt, was im Hinblick auf unsere Fähre nach Island, die an diesem Abend ging, etwas zu lang war. Nach einer kurzen Beratung entschlossen wir uns dazu, den Nordteil der Insel zu erkunden. Das Wetter war optimal und wir wanderten an den Resten eines alten Leuchtturms vorbei zum Nordende, wo sich in der Jagdzeit die Jäger in kleinen Höhlen versteckten und von dort ungesehen und hinterrücks die Vögel erschossen. Diese Höhlen, oder besser Erdlöcher boten uns Schutz vor dem vorüberziehenden Regen. Wir saßen also in einer dieser Höhlen, aßen Kekse und kämpften uns in unsere Regenhosen, als plötzlich Rolands Handy klingelte. Wir staunten, dass sogar hier das Netz abgedeckt war und hatten einen unverhofften Anruf der Fährgesellschaft, die anscheinend und netterweise jeden Passagier über die anstehende Verspätung der Fähre informierten.
Durch den heftigen Wellengang verspätete sich die Abfahrt am Ende sogar um insgesamt gute sieben Stunden und wir saßen noch eine ganze Weile mit anderen Reisenden zusammen, bevor es nach Island weiterging.

Drei Tage in Island

Unsere Fähre kam dann auch entsprechend spät in Seiðiðfjörður im Osten Islands an. Hier mussten wir uns nun von unserer „Fährfamilie“ verabschieden. In Seiðiðfjörður hatten wir ein Auto gemietet und bekamen einen nagelneuen VW Polo. Wir fuhren noch ein paar Stunden und campten dann einfach auf einer Moosfläche oberhalb der Ringstraße, aber etwas außer Sichtweite der Straße.

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der Jökulsárlón

Am nächsten Tag fuhren wir zunächst durch wunderschöne, spektakuläre Natur, bis wir auf den Jökulsárlon stießen. Der Gletschersee raubte uns den Atem. Auch wenn ich schon einmal hier stand und sogar ein Bild dieses Sees unser Wohnzimmer schmückt, war es einfach nur großartig und zutiefst beeindruckend. So wanderten wir also, fast ohne zu atmen an den Ufern dieses Naturwunders entlang und konnten uns gar nicht satt sehen. Wir stellten uns vor, wie alt wohl dieses Wasser sein muss und spürten die unglaublich Anziehungskraft, die von ihm ausgeht.

Aber irgendwann mussten wir weiter und unser nächstes Ziel war auch nicht minder schön: der Skaftafell Nationalpark. Wir suchten uns eine Wanderroute, die sowohl an dem Wasserfall Svartifoss vorbeiführte als auch – so jedenfalls unsere Annahme – an einer Gletscherzunge. Der Svartifoss war leicht erreicht und nach einem Picknick auf Felsen in dessen Flussbett schien auch die Gletscherzunge zum Greifen nahe, jedenfalls auf der Karte. Wir wanderten einige Zeit durch wunderschöne, fast alpenähnliche Landschaft, von Kälte oder gar Gletschern war aber nichts zu merken. Wir waren mal wieder auf dem falschen Weg, also liefen wir zurück und vom Ausgangspunkt dann doch noch zur Gletscherzunge. Allerdings hatte sich davor ein See gebildet und man konnte leider nicht mehr bis ganz heran.

Gegen sieben Uhr abends fanden wir uns dann in dem Städtchen Vik wieder und unternahmen einen kleinen Strandspaziergang. Unser Reiseführer behauptete, dass eine Zeitschrift behauptete, dass dies einer der schönsten Strände der Welt wäre. Und er ist auch wirklich wunderschön: Statt weißem Sand allerdings schwarz von der Asche, beeindruckend mit seinem Blick auf riesige Felsen, die aus dem Meer ragen, sehr windig und auf eine Art unwirtlich.

Am nächsten Morgen fuhren wir zum Seljalandsfoss, einem Wasserfall hinter dem man entlanglaufen kann. Von hier fuhr uns dann ein Bus nach Þorsmörk ins isländische Hochland. Hier waren nur geländegängige Fahrzeuge erlaubt, wie man schnell auch merkte, denn der Bus musste auf seinem Weg mehrere Flüsse durchqueren. In Þorsmörk wanderten wir auf den Berg „Valahnjúkur“, der einen ziemlich steilen Anstieg hat. Oben angekommen, entschädigte die Aussicht aber hundertmal für alle Mühen und man sieht weit in das Gletschertal, einfach gigantisch. Beim Abstieg gelangten wir dann nach Langidalur (eine Hütte und ein Zeltplatz), wo sich uns seltsame Szenen boten: Zwei Busse standen vor einem Fluss und trauten sich anscheinend nicht hinüber, ein Traktor holte die Leute in kleinen Gruppen hinüber zur Hütte.

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in Þorsmörk

Aus Þorsmörk zurück fuhren wir noch zum Gullfoss, dem gewaltigen, rauschenden Wasserfall. Da wir auf dieser Islandreise noch gar nicht den schwefligen Geruch des warmen Wassers eingeatmet hatten, fuhren wir auch noch zum Geysir. Auf dem Weg dorthin sahen wir zuerst nur undeutliche Punkte auf der Straße, die sich uns näherten. Wenig später rauschte eine ganze Pferdeherde an uns vorbei, oder besser gesagt, wir waren mittendrin.

Der Geysir bot sein fantastisches Schauspiel und beglückte uns drei Mal mit seiner schwefligen Fontäne. Danach legten wir noch den Rest des Weges nach Reykjavik zurück und kamen kurz vor 23.00 Uhr hungrig auf dem dortigen Campingplatz an.

Und so endete unser Urlaub in diesem Jahr, am nächsten Tag hatte ich die erste Veranstaltung in der Uni und Roland flog ein paar Tage später wieder nach Berlin.

Mehr Bilder zu der Reise findet ihr in unserer Galerie.

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