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Legoland Billund: Es macht immer noch Spaß!

Der Eingang zum Legoland

In einiger Entfernung sehen wir eine Fackel, die in den Himmel ragt und von einer Hand gehalten wird. Als wir näher kommen, wird immer deutlicher: ja es handelt sich um die Freiheitsstatue. Wir sind aber nicht in New York, sondern im beschaulichen dänischen Billund und das hier ist nicht Liberty Island sondern der Traum jedes Bastlers, das gelobte Land des Kinderzimmers: Das Legoland. Ja, dieses Legoland, da war man doch schon mal irgendwann als Kind, vor 20-25 Jahren, aber ist das auch heute noch spannend? Ist es!

Es ist kurz vor 10 Uhr am Morgen und mit uns steht ein ganzer Pulk an Menschen in der Schlange vor dem Park – darunter unzählige Kinder. Dann öffnen sich die Pforten und die Besucher strömen hinein. Gleich am Anfang empfangen uns zwei kostümierte Ninja Turtles, mit denen sich viele der Kinder fotografieren lassen. Moment – Turtles und Lego? Ja, das gehört längst zusammen, denn Lego hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Franchises und Lizenzen erworben und besteht heute aus viel mehr als den klassischen Piraten- , Ritter- oder Stadtszenarien, wie wir sie von früher kannten. Auch einer der Gründe, warum es dem einst fast bankrotten Unternehmen heute wieder gut geht. Das Legoland selbst ist (zumindest für mich glücklicherweise) größtenteils sehr klassisch ausgerichtet.

Modelle soweit das Auge reicht

Das erste Highlight nach dem Eingang ist das Miniland, das es bereits zur Eröffnung des Parks 1968 gab und das seither stetig gewachsen ist. Viele der Miniaturen scheinen auch tatsächlich schon einige Jahre hier zu stehen, sind vergilbt und teilweise auch nicht so aufwendig, wie man sie heute wohl bauen würde. Dennoch macht das belebte Treiben auf den Straßen Spaß, man erkennt die gezeigten Schauplätze tatsächlich wieder – und wenn dann eine echte Ente zwischen den kleinen Brücken hindurch schwimmt, oder Schleusen im Miniaturformat tatsächlich funktionieren und die kleinen Boote auf ihren festen Strecken ihre Runden drehen, geht wohl jedem Bastler das Herz auf. Man weiß gar nicht so recht, wo man zuerst hinschauen soll, auf die zahlreichen Szenerien aus den Star Wars Filmen, z.B. in der Kantine, auf dem Eisplaneten Hoth oder bei den Ewoks, auf den Nachbau des Kennedy Space Centers oder das Schloss Neuschwanstein, das man fotografiert kaum vom Original unterscheiden kann.

Die Freiheitsstatue

Die Freiheitsstatue

Apropos berühmte Bauwerke, ein kleines Stück weiter finden sich noch einmal wesentlich größere Modelle von der bereits erwähnten Freiheitsstatue, vom Tempel in Abu Simbel und vielen weiteren, jeweils mit einer beeindruckenden Anzahl verbauter Steine, das sind dann schon mal mehrere hunderttausend. Vor allem für die Kleinen steht dann auch noch eine Safari bereit in der sie durch annähern realistisch große Elefanten, Löwen, Strauße, Flamingos und Giraffen fahren können. Man fühlt sich plötzlich ganz schön unbeholfen, wenn man so an die eigenen kümmerlichen Legobauten aus der Kindheit zurückdenkt.

Freizeitpark in Lego-Optik

Was man alles Tolles mit Lego bauen kann, zeigt der Park in einem Superlativ, der für jeden noch so großen Bastler unglaublich beeindruckend ist: Die Legobauer haben tatsächlich ein aus den Star Wars-Filmen bekanntes X-Wing nachgebaut – in Originalgröße! 5,3 Millionen Legosteine bilden diesen Koloss von einem Legomodell. Es hat eine Flügelspannweite von 13 Metern, ist drei Meter hoch und wiegt unglaubliche 20 Tonnen. Auf einem Bildschirm wird der Bau des Raumschiffs im Zeitraffer gezeigt. Zig Menschen wuseln herum und setzen Stein für Stein zusammen. Große Teile entstanden einzeln und wurden nach und nach zusammengefügt, 17.000 Stunden Arbeitszeit sollen in dem Modell stecken.

Ein X-Wing in Originalgröße

Ein X-Wing in Originalgröße

Und dann gibt es halt noch die Teile, die im Grunde ein klassischer Freizeitpark sind – nur eben alles in Lego-Optik. Es gibt verschiedene Karusselle, Wildwasserbahnen, ein Geisterhaus, eine Westernstadt, Kinderschminken, ein 4D-Kino, allerhand fettiges Essen (darunter die absolut fantastische Idee der Pommes Frites in Form von Legosteinen) und viele Menschen; pro Jahr zählt das Legoland über 50 Millionen Besucher. Erwähnenswert war auf jeden Fall die Fahrt mit dem Piratenschiff: Mit Kanonen kann man durch schnelles Kurbeln Wasser verschießen und Leute auf anderen Booten oder außerhalb nass spritzen! Wir kamen entsprechend durchgenässt und amüsiert wieder draußen an.

Das kleine Stück Legoland für zu Hause

Wir wollen die kommerzielle Seite zumindest kurz noch anreißen – natürlich wissen wir, dass es hier ein Freizeitpark ist, der Gewinn erwirtschaften soll und natürlich ist das Ganze eine riesige Werbung für Lego, die man ja freiwillig und begeistert mitmacht. Es ist zumindest beeindruckend zu sehen, was abgesehen vom üppigen Eintritt und den ebenfalls erwartbar hohen Verpflegungskosten noch im parkeigenen Shop über die Ladentheke geht. Es gibt diesen hohen Drang, hier noch etwas zu kaufen, das kleine Stück Legoland für zu Hause – kaum ein Besucher, der den Park nicht mit einer Tüte aus dem riesigen Lego-Shop im Ein- und Ausgangsbereich verlässt. Wir wissen nicht, was der durchschnittliche Besucher hier noch einmal im Shop lässt, aber wenig wird es nicht sein, wenn man sich die riesigen Pakete anschaut, die Eltern ihren Sprösslingen hier kaufen. Rabatte sind übrigens nicht zu erwarten, nur weil man an der Quelle sitzt. Aber genug gemeckert, Lego wäre ja schön doof, wenn sie hier nichts verkaufen würden.

Wir erkennen jedenfalls beeindruckt an, dass sich mit Lego wohl alles Erdenkliche bauen lässt, dass der Park mit unglaublich viel Liebe zum Detail gestaltet ist und man auch beim wiederholten Durchqueren der gleichen Wege immer wieder etwas Neues entdeckt. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß, gehen beeindruckt wieder nach Hause und bauen jetzt erstmal mit Lego… vielleicht einen X-Wing!?

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1 Kommentare

  1. Toller Bericht.

    Ich muss sagen, uns hat es weniger gefallen. Das Legoland ist einfach zu wenig Lego und zu wenig Park, um wenigstens eins von beiden zu sein.

    Wir haben das auch in unserem Bericht festgehalten:

    http://www.reisedichzusammen.at/places-to-be/legoland-daenemark-billund-lego/

    Ich finde, dass es einfach zu wenig zu tun gab. Verglichen mit Parks wie das Disneyland oder die Universal Studios – in deren Spähren finanziell sich Lego wohl auch irgendwie bewegt – ist es einfach wirklich eher fad. Und ich mein so Dinge wie: Größe des Parks, Design, Ideen, Kreativität …

    Mit Lego könnte man mehr machen. Behaupte ich mal.

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