Georgien, Touren
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Georgien: Zwischen Schwarzem Meer, Kaukasus und Cholesterin-Schock

Das Badeviertel in Tiflis

Endlich Georgien!  Da wollten wir seit einer gefühlten Ewigkeit hin und nun hat es geklappt und war fantastisch. Leider hatten wir nur sieben Tage, aber die haben wir gut genutzt…

Strecke-Georgien-Tage

Tag 1 – Kutaissi

Der Flug von Berlin-Schönefeld nach Kutaissi dauerte nur angenehme dreieinhalb Stunden. Wir ließen uns am Flughafen auch gleich vom erstbesten Taxifahrer bequatschen, der uns in die Straße fuhr in der unser Hostel lag. Für georgische Verhältnisse wahrscheinlich ziemlich teuer, im Vergleich zu unseren Taxipreisen aber immer noch gut, die halbstündige Fahrt kostete rund sieben Euro.

Wir schlenderten noch durch die Stadt zum Fontänenbrunnen und zur Kirche zur Heiligen Jungfrau und zur Bagrati Kathedrale und ließen erst einmal alles auf uns wirken. Ein schönes Städtchen. Außerdem gewöhnten wir uns schon einmal an den völlig wilden Verkehr.

Tag 2 – Die Klöster Gelati und Motsameta

Mit der Maschrutka (eine Art öffentlicher Bus, den man aber einfach überall per Handzeichen anhalten kann und wo man auch überall aussteigen kann) ging es heute zum Kloster Gelati, auf einem Hügel außerhalb Kutaissis. Es gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist wirklich schön, wenn auch leider gerade eingerüstet. Es wurde bereits 1106-25 von König Dawit dem Erbauer gebaut, der eine wichtige Rolle für Georgien spielte. Gelati besteht aus drei Kirchen: Muttergotteskirche, Georgskirche und Nikolaikirche.

Von Gelati aus wanderten wir auf der Straße fast zwei Stunden nach unten, zum Kloster Motsameta. Das ist kleiner als Gelati, aber trotzdem ganz hübsch.

Tag 3 – Borjomi

Gleich morgens brachen wir auf und wollten mit der Maschrutka nach Borjomi fahren. Leider erwischten wir die falsche Maschrutka und kamen nur bis zur Hälfte des Weges, die andere Hälfte fuhr uns ein überteuertes Großraumtaxi. In Borjomi hatten wir ein Guesthouse gebucht, was in Wirklichkeit einfach ein Zimmer in der Wohnung unserer Gastgeberin war: Maria war eine reizende ältere Dame, die uns herzlich aufnahm und umsorgte.

Das Wetter an dem Tag war leider nicht so schön und es regnete sich ordentlich ein. Aber wir liefen trotzdem durch den Kurpark. Der ist berühmt für die Jekaterinenquelle, benannt nach der Tochter Michail Woronzows, dem ehemaligen Gouvaneur von Transkaukasien. Das Wasser der Jekaterinenquelle soll besonders bei Magenschmerzen helfen. Im 19. Jahrhundert erholte sich die russische Aristokratie in Borjomi, aber auch bekannte Künstler wie Pjotr Tschaikowski, Maxim Gorki und Anton Tschechow reisten hier her.

Das Wasser aus der Jekaterninenquelle schmeckte überhaupt nicht, aber gesunde Dinge sind ja nicht immer lecker.  Wir wanderten ein Stück durch den Wald zu mehreren Freibädern, mit schwefeligem, warmen Wasser und badeten.

Tag 4 – Vardzia

Von Borjomi aus ging es nach Vardzia, für einen Tagesausflug, den die Touristeninformation organisiert. Unterwegs hielten wir zunächst am Grünen Kloster. Dann stoppten wir in Achalziche bei der Festung Rabati. Sie ist frisch rekonstruiert und riesig: Sieben Hektar ist das Gelände groß.

Bald danach erwartete uns die nächste Festung, Khertvisi. Die Anlage stammt aus dem 10. Jahrhundert und war noch einigermaßen gut erhalten. Überhaupt sah man ständig irgendwo Ruinen in der Landschaft und hunderte von Kirchen und Kapellen. Alle Georgier bekreuzigen sich übrigens, wenn sie daran vorbeifahren. Da hat man wirklich zu tun.

Nächste Station: Höhlenkloster. Vardzia ist wirklich sehr beeindruckend, die Höhlen sind direkt in den Fels gehauen, haben früher bis zu 800 Mönche beherbergt und boten 50 000 Menschen Zuflucht. Ursprünglich waren es 3000 Höhlen, die wie eine Stadt angelegt waren: Es gab eine Kirche, eine Bibliothek, Bäckereien, Ställe und Badebassins. König Georgi III. und seine Tochter Königin Tamar haben diese Höhlenstadt ausbauen lassen. Ein Erdbeben im Jahre 1283 zerstörte viele Höhlen, heute sind nur noch 750 erhalten.

Tag 5 und 6 – Tiflis

Auf in die Hauptstadt! Mittags fuhren wir mit der Maschrutka von Borjomi nach Tiflis. Das dauert nur zwei Stunden. Am nächsten Tag schlossen wir uns einer Free Walking Tour an. Drei Stunden erkundeten wir Tiflis, den Freiheitsplatz, die Altstadt und die Freiheitsbrücke und mit der Seilbahn fuhren wir bis auf einen Berg zur „Mutter Georgien“, einer 20 Meter großen sowjetischen Alu-Statue. Die Tour war großartig und Tiflis hat viel zu bieten.

Danach wollten wir unbedingt eines der Bäder in Abanotubani, dem Bäderviertel ausprobieren. Nach etwas Anlaufschwierigkeiten und wenig freundlichem Personal schafften wir es, einen Raum mit Becken zu reservieren. Eine Stunde später ging’s los. Ganz allein waren wir in unserer Kabine mit einem kleinen Wasserbecken. Das Wasser war heiß, viel heißer als erwartet und es dauerte bis man sich daran gewöhnt hatte. Eine Massage hatten wir auch gebucht und wurden mit Handtuch, Schwamm und sehr viel Schaum ordentlich abgerubbelt.

Sauber und hungrig suchten wir nach einer Essensmöglichkeit. Das georgische Essen besteht aus viel Käse und ist einfach nur fabelhaft. Weil die Restaurant so hervorragend und günstig waren , waren wir jeden Tag Essen. Für wenige Euros sind wir jedesmal mehr als satt geworden. In Tiflis aßen wir im Passanauri und im Marco Polo, beides lecker.

Tag 7 – Katzbegi

Am letzten Tag machten wir einen Tagesausflug nach Katzbegi oder besser nach Stepansminda. Wir wurden vom Hotel abgeholt und fuhren zu zehnt Richtung Kaukasus. Der erste Haltwar etwas außerhalb von Tiflis die Festung Ananuri, von der nur die Oberburg erhalten ist. Die Unterburg versank samt Dorf im Stausee, der auch Tiflis mit Trinkwasser versorgt. In der Burg steht eine Kirche und man hat einen wunderbaren Blick auf den See.

Nachdem sich im Wintersportort Gudauri alle nochmal im Supermarkt versorgt hatten, hielten wir an einer Aussichtsplattform. Riesig, halbrund und massiv steht die Wand in der Landschaft. Sie ist 70 Meter lang und mit sowjetischen Mosaiken bestückt. Sie wurde 1983 zur Ehrung der Freundschaft zu Russland errichtet. An der Wand sind Balkone, von denen man einen wunderschönen Blick ins Tal der Weißen Aragwi hat. Paraglider segelten an uns vorbei.

In Stepansminda stiegen wir in Jeeps um (das kostete extra). Mit den Jeeps fuhren wir eine unglaubliche Sand- und Geröllstraße auf einen Berg, zur Zminda-Sameba-Kirche hinauf. Es gab mehr Schlaglöcher als Straße und so viele Jeeps, das es zu kleinen Staus kam. Unglaublich viele Menschen wollten heute zu dieser Kirche hinauf, die Jeeps schlängelten sich durch einen Wald den Pfad hoch. Oben waren auch schon sehr viele Menschen, aber der Blick auf Georgiens höchsten Berg, den Kasbeck, ist sehr lohnenswert.

Auf dem Weg nach unten fuhren wir noch in ein Tal, wo wir zu einem Wasserfall wandern konnten, was nicht alle aus der Gruppe taten. Das Tal war sehr schön und die kurze Wanderung tat nach dem langen Geruckel im Auto gut.

Abends um elf ging’s dann mit einem Bus von Tiflis zurück zum Flughafen in Kutaissi, wo wir um 3:30 Uhr ankamen, hier noch etwas bleiben mussten und dann um sechs Uhr zurückflogen nach Berlin. Bis demnächst Georgien, wir sehen uns sicherlich wieder!

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3 Kommentare

  1. also beim Foto unten rechts hat man die meinung dass es sich um die Innenannahme eines Flugzeugs handelt! So wärs auch zeimlich cool :-)

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