Amsterdam (Niederlande), Gedenkstätten, Niederlande, Sehenswürdigkeiten
Schreibe einen Kommentar

Anne-Frank-Haus in Amsterdam

Eingesperrt in einer geheimen Wohnung, zur absoluten Stille verdammt und nur mit dem Licht von einer Hand voll Kerzen. So versteckte sich Anne Frank mit ihrer Familie vor der Verfolgung durch die Nazis. Heute kann man das schauerige Anne-Frank-Haus in Amsterdam besichtigen.

Diese Geschichte ging um die Welt: In ihren Tagbüchern erzählt das jüdische Mädchen Anne Frank, wie sie sich mit ihrer Familie in einer geheimen Wohnung in Amsterdam vor der Verfolgung durch die Nazis versteckte und schildert ihren bedrückenden Alltag. Heute gehört das rekonstruierte Anne-Frank-Haus zu Amsterdams meistbesuchten Attraktionen. Wer hier rein möchte, sollte schon ein Stündchen Wartezeit mitbringen. Rund eine Million Besucher kommen laut Angaben des Museums jedes Jahr in das Grachtenhaus. Heute ist kaum vorstellbar, dass es vor rund 50 Jahren beinahe abgerissen worden wäre.

Anne Frank Haus

Anne-Frank-Haus von außen / Foto: Juul Hondius

Anne Frank Haus

Anne-Frank-Haus von innen / Foto: Cris Toala Olivares

Als die Familie 1944 in ihrem Versteck entdeckt wurde, deportierten die Nazis die ganze Familie und räumten die komplette Wohnung aus. Von dem Originalzustand ist daher wenig erhalten geblieben. Die Wohnung lag parallel zur Fabrik von Anne Franks Vater, in der die ehemaligen Angestellten noch immer arbeiteten. Die Familie Frank blieb ganze zwei Jahre in diesem dunklen Versteck, das gleichzeitig auch ein Gefängnis für sie war: Sie konnten weder das Haus verlassen, noch gab es ein Fenster nach draußen. Die Beleuchtung im Haus hat man im Museum sehr ähnlich den Verhältnissen im Versteck gestaltet, man bewegt sich in relativ dunklen Räumen, das Licht erinnert an Kerzen und Gaslampen, Tageslicht gab und gibt es in dem alten Unterschlupf nicht. Es muss also eine überaus bedrückende Atmosphäre gewesen sein, die man nun als Besucher im Anne-Frank-Haus zwar erahnen, aber nur bedingt nachvollziehen kann. Denn die gut besuchte Attraktion lässt natürlich nicht zu, dass die bedrückende Einsamkeit und Stille aufkommt, die geherrscht haben muss. Ebenso schwer ist es, sich vorzustellen, wie hier ein junges Mädchen gezwungen war, ihr kindliches Verhalten zu unterdrücken und viel zu früh erwachsen zu werden. Das schlägt sich in ihren Tagebüchern nieder, von denen man überall im Haus lesen kann.
Aus dem sonst so lebensbejahenden und bunten Amsterdam bricht das Anne-Frank-Haus deutlich aus und bringt in sehr nachdenkliche Stimmung.

Die Eintrittskarte kostet 9,50 Euro, dafür bekommt man überschaubar viel geboten. Aber wir würden den Besuch trotzdem empfehlen, damit man dieses weltberühmte Haus einmal selbst gesehen hat uns zumindest ein ganz vages Gefühl für das Leben in dem Versteck bekommt.

bewertung-gut-klein

Tweet about this on TwitterEmail to someoneshare on TumblrShare on FacebookPrint this page

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.